Schokojunkie auf Kiwi-Diät

02Juli
2014

Ka kite ano Aotearoa ... Bis bald, Land-der-langen-weißen-Wolken

Jetzt hat mich die "Großstadt" wieder. Nach einer langen, unbequemen und zeimlich schlaflosen Nacht in einem verdammt vollen Bus bin ich wieder in Auckland angelangt. Der Kreis schließt sich...

Um halb 7 morgens wurde ich also völlig hilflos und verwirrt vom Reisebus in die Stadt gespuckt.  Da stand ich dann. John, der mir sein Appartment in der Mission Bay, einem Stadtteil von Auckland am Meer zur Verfügung stellte, schlief noch. Er war derzeit auch in Auckland und hatte versprochen mich abzuholen. Also vertrieb ich mir die Zeit im Starbucks mit Kaffe trinken, wie das so oft in letzter Zeit der Fall war. Wenn ich jemandem erzählen würde, dass ich Kaffee bis vor einem Jahr noch absolut ekelhaft fand und behauptet hab, dass ich das NIE-MALS mögen werden würde, würde mir derjenige definitiv den Vogel zeigen. Mich wundert´s, dass mir bei dem Koffein-Konsum noch nicht der Blutdruck die Blutgefäße gesprengt hat.
Ich weiß sogar noch, was ich zu meinem Flat White gefrühstückt hab: Ein Maple- & Walnut-Scone. Ich glaube, das sollte ich mal selber machen, das war echt gut.

Na, jedenfalls hat John mich dann um halb 9 abgeholt. Und wie! Im fetten Porsche.
So richtig schön flach, mit Kofferraum vorne und Ledersitzen und so SAUBER, dass ich Angst  hatte mit meinen schmuddeligen Wander-Bus-Klamotten auch nur irgendwas anzufassen! Wir hatten Mühe, meinen großen Wanderrucksack vorne unter der Haube unterzubringen, die ging fast nicht mehr zu, weshalb ich mein Besteck und Campingteller kurzerhand auf den Schoß genommen hab. Ich kam mir so blöde vor.

John fuhr mich zum Apprtment, gab mir den Schlüssel, meinte ich kann alles benutzen, die Vorräte ebenso und im Masterbedroom kann ich auch schlafen, er sei nicht da, da er wieder nach Christchurch fliege. Also hab ich mich von ihm verabschiedet, Ratschläge und Vorsichtsgebote über mich ergehen lassen, die tolle familiäre Gefühle in mir erweckt haben. So war das also, wenn Mami und Papi ihre Sprüche auspacken! Hatte ich schon fast vergessen. (Das stimmt nicht ganz, man kann sich gar nicht vorstellen, wie sehr einem die elterlichen Ratschläge sogar über Skype und E-Mails hinterherhallen! Aber ist ja schön, so gehört es sich ja. Ob man die dann auch befolgt ist ja eine ganz andere Sache...)

Nachdem ich dann den halben Tag verschlafen hab´, bin ich am späten Nachmittag zu einem langen Spaziergang zum Mt. Eden-Stadium aufgebrochen, um mir ein Rugby-Spiel der Auckland Blues vs. den Wellington Hurricans anzuschauen. Schließlich konnte ich einfach nicht gehen, ohne jemals bei einem richtigen Rugby Match gewesen zu sein! Da wäre ich besser  mal früher drauf gekommen! Ich war so fasziniert, dass ich sogar vollkommen verpennt hab Bilder zu machen!

Meine letzen Tage in Neuseeland hab ich dann damit zugebracht, täglich die 7 km am Wasser entlang in die City zu laufen um Souvenirs zu kaufen. Ich war am letzten Tag kurz vorm durchdrehen. Ich konnte ja nicht mit leeren Händen zurück kommen, aber was schenkt man seinen Leuten zuhause denn bitte, außer doofen Schnapsgläsern, Schäfchen-Unterhosen und Plüschkiwis? Bis auf den Plüschkiwi war das peinlicherweise echt alles in meiner Auswahl enthalten. Außerdem Paua-Muschel-Stücke um meinen Mädels was zubasteln, ein grauenhafter magnetischer Allblacks-Rugby-Flaschenöffner, Opossum-Handschuhe für Omma und Schokolade. In allen Varianten: Kiwi, Peanutbutter, Ghana, Fijoa, ...

Die hat mir auch noch einige Sorgen bereitet, genauso wie der Manuka-Honig für Mama. Ich war mir nämlich nicht sicher, ob ich das Zeug mit durch Australien schleifen durfte, die haben ja ähnlich harte Einfuhrregelungen wie Neuseeland. Meine Sehnsucht nach Rukcsackkontrollen, Verhören und Strafzahlungen wegen SCHOKOLADE hielt sich in Grenzen. Und ehrlich gesagt war ich mir auch sicher, dass die Schokolade zwei Wochen Thailand-Sommer auch eher nicht unbeschadet überstehen würde. Also musste ich das Zeug wohl nach Hause schicken. Auf dem Seeweg, da alles andere recht unbezahlbar war. Ich hab dann da auch noch einige Muscheln und Steine durchgeschmuggelt, die ich als gekauft aufgelistet hab, was nicht ganz gestimmt hat. Immerhin hab ich sie mit meinem Wunddesinfektionsspray desinfiziert und von allen möglichen grausamen Kiwikrankheiten befreit.

Und am allerletzten Tag vor meiner Abreise hatte ich dann noch ein Erlebnis, das mich wirklich abrtig gefreut hat. Ich war wieder auf dem Weg in die Stadt, als mir ein alter Mann auf die Schulter tippte und wie wild auf´s Meer raus gestikulierte. Ich hab überhaupt nicht geblickt was er wollte, bis ich mal meine Kopfhörer abgesetzt hab und endlich verstand, was er die ganze Zeit gerufen hat: "Dolphins! There they are! Can you see ´em?"
Und tatsächlich war eine Gruppe Delfine mit wilden, geschmeidigen Sprüngen in die Auckland Bucht unterwegs. Völlig ungewöhnlich, schließlich ist da Endstation und ein Containerhafen und normalerweise absolut gar nix, für das sich Delfine dort zu interessieren hätten. Das hat sie aber nicht gejuckt, sie sind unermüdlich immer weiter rein geschwommen, meine verträumten Blicke im Rücken.

Und dann kam der letzte Tag. Irgendwie hab ich´s gar nicht richtig realisiert. Ich denke vor allem auch deshalb, weil es nicht sofort nach Hause ging, sondern fast vier weitere Wochen Reise um die halbe Welt vor mir lagen.

Ich werde nach Neuseeland zurück kommen. Irgendwann. Bald. Oder später. Aber das ist sicher. Wer einmal in Neuseeland war, hat dort ein zweites Zuhause gefunden. Ich werde alle meine Kiwi-Familien und Homes vermissen. Kerianne und die ganze Orchard-Familie, das Kericentral mit Alix, Michael und den anderen, das Eastcape bei Len, Wellington bei den Cormacks, Hanmer Springs mit meinen ganzen Freunden, mein Auto mit allen Mitfahrern, Anne, Max, Luca und natürlich John, der mir mit Tai Tapu, seinem Haus in Wanaka und dem Appartment in Auckland gleich drei "Zuhause" zu meiner Liste hinzugefügt hat. Glücklicherweise sind wenigstens Flo und Uli noch in meiner Nähe wenn ich wieder ins Allgäu komm. Die zwei Spaßvögel sind mir nämlich doch sehr ans Herz gewachsen.

Ich bin schon gespannt, wohin es mich dann nächstes Mal verschlägt...
Und bis dahin: Ka kite ano Aotearoa!
It has been great, ay?

 

01Juli
2014

Fear and Wellness in Taupo

Von Napier ging es für einen weiteren kleinen Zwischenstop nach Taupo. Letztes mal war ich im Sommer mit Max und Luca hier gewesen. Da haben wir auch auf dem Free Campsite gezeltet. Aber da  hatten wir ein Auto. Jetzt hatte ich keins. Und leider war mir nicht bewusst wie weit der Platz vom Town Centre entfernt war. Also bin ich munter losgestiefelt. Und der Platz kam nicht und kam nicht und kam nicht. Und als ich dann endlich da war, sah er anders aus. Irgendwie grau und trostlos und verlassen. Das komplette Gegenteil zu der grünen, gemütlichen, vollen bunten Flussoase im Sommer mit Horden von jungen Leuten. Etwas beängstigend, so weit vom Zentrum entfernt. Naja, es half ja alles nichts, also das Zelt aufgebaut und auf ´nen Kaffee wieder zurück in die Stadt spaziert. Als ich dann abends wieder auf den Campingplatz gelaufen bin, war es schon dunkel, ich hatte aber vorsorglich meine Stirnlampe mitgenommen. Die Dunkelheit war auch weniger das Problem, als das Auto mit jungen Männern, die mir scheinbar nachgefahren waren und die immer wieder an mir vorbei zogen. Irgenwann waren sie weg und ich kam am Zelt an. Aber keine fünf Minuten später waren sie wieder da und sind mit ihrem Auto den ganzen Platz immer wieder in Schleifen abgefahren. Deshalb war ich echt verdammt froh, dass da noch ein kleiner Campervan mit einem Pärchen vorbei kam, die neben mir über Nacht gestanden haben. Am nächsten Tag hab ich dann halt doch schon mein Zeug gepackt und bin wieder zurück in die Stadt und zu der süßen Rainbow-Lodge gelaufen, wo ich die dann meine letzte Nacht in Taupo verbracht hab.

Tagsüber hab ich einen schönen langen Spaziergang am Lake Taupo entlang gemacht und abends bin ich im Dunkeln wieder in den Hot Springs Park, von dem ich euch im Sommer schon erzählt hatte, gehuscht. Das ist der Park am Fluss, wo heiße Quellen sprudeln, in denen man baden kann ohne zu zahlen. Es war Stockdunkel, wäre ich nicht schon einmal da gewesen hätte ich das nicht gefunden.
So saß ich da also im heißen Wasser, bin hin und her geplätschert, während es draußen schweinekalt war und leicht getröpfelt hat. Als ich mich später wieder angezogen hab um mich auf den Weg zurück zu machen, kam mir eine Gruppe mit einem Bierkasten entgegen, die es sich dann in den warmen Becken gemütlich gemacht hat. Es gibt sicher schlechtere Arten, einen Abend ausklingen zu lassen.

Da mein Bus am nächsten Tag erst nachts um 1 fuhr, bin ich dann davor noch ins Kino gegangen und danach wieder in das Hostel, in dem ich meine Sachen über den Tag noch netterweise einschließen lassen konnte. Da saß ich dann erst  lesend auf dem Sofa, bis ich angefangen hab, mit einer anderen , wild gemischten Gruppe Trinkspiele und Werwolf zu spielen und Kokosnüsse zu essen. Da waren mehrere Deutsche, ein paar lustige Französinnen, Neuseelanänder und so weiter und so fort. Kennt ihr das Spiel Funky Chicken? Ich kannn es euch auch nicht mehr ganz erklären, aber man musste gackern, die Hände wie "Chicken Glasses" vor die Augen halten und dann ging es irgenwie immer im Kreis. Abartig bescheurt und abartig lustig.

 

28Juni
2014

Strolling through Napier

Nach 6 Stunden gemütlicher Busfahrt, kam ich abends in Napier an und wurde mit zwei gackernden Japanerinnen vom Hostelbesitzer abgeholt. Ich hatte mir vorher ein BBH-Hostel über´s Internet ausgesucht und vorgebucht, ich wollte nicht riskieren, dass in den letzten 2 Wochen Neuseeland noch was schief geht.

Denn so weit war ich nun. 2 Wochen. So lange hatte ich teilweise schmerzlich darauf gewartet, teilweise hatte ich den Termin vergessen, teilweise herbeigesehnt und nun hätte ich eigentlich gene noch ´nen Monat gehabt. Mindestens. Ich hatte mich eingewöhnt in das Leben als Backpacker. Aber der Flug war gebucht und von Auckland würde es über Sydney (wo ich eine Woche Aufenthalt haben würde), Thailand (wo ich mich mit einer Freundin aus Deutschland treffen und zwei Wochen rumreisen wollte) und Dubai (3 Tage Intensiv-Trip) nach Hause gehen.... Trotz des weiteren Fernweh´s freute ich mich abartig auf zu Hause. Familie, Freunde und Allgäu. Und auch auf die weiteren Abenteuer des Lebens (mein Gott, klingt das poetisch): Studiumsentscheidung, Ausziehen, Studieren, Ferien bei Mami und Papi und natürlich neue Reisen..

Aber so weit war ich ja noch nicht. Napier also. Ich bin gleich abends noch in die (erstaunlich saubere) Stadt im Art-Deco Stil gelaufen und hab meine kostenlose Telefonkarte verbraucht. So saß ich dann bestimmt eine halbe Stunde in der Telefonzelle und hab mit meiner Familie telefoniert. In der Zwischenzeit war eine Gruppe Jugendlicher biertrinkend an mir vorbei gegangen und plötzlich schnell in einer Seitengasse verschwunden. Keine 3 Sekunden später schoss ein Polizeiauto mit voller Karacho über die Abbremshügel der Fußgängerzone, bremste quietschend vor der Gasse und einer der Polizisten sprintete ebenfalls in die Gasse. Kurze Zeit später kam er wieder rausspaziert und stieg wieder ein. Und dann kamen sie zurück zu mir. Neben mir hielten sie an und der eine stieg halb aus und fragte mich, ob alles in Ordnung sei. Ich saß inzwischen mit lang ausgestreckten Beinen an die Wand der (sauberen!!) Telefonzelle gelehnt und war immer noch am telefonieren. Aus dem Auto kam Gelächter vom anderen Polizisten. Ich hab ihm dann amüsiert versichert, dass alles in Ordnung sei und ich nur telefonieren würde und er stieg verwirrt wieder ins Auto, während sich der andere scheinbar vor Lachen kaum halten konnte, bevor sie dann wieder in einem verbotenen Tempo über die Bremshügeldinger wegbretterten.

Die nächsten drei Tage nutzte ich zum rumbummeln, lesen, Aussichtspunkte anschauen, Sachen reparieren, Fahrrad fahren mit einem der Hostelfahrräder und abends Fernsehen. Geschlafen hab ich in meinem Zelt draußen, aber da die ersten zwei Nächte echt schweinekalt waren, da es gefroren hatte und das komplette Zelt von einer Frostschicht überzogen war, beschloss ich die letzte Nacht im Hostelwohnzimmer auf dem Sofa zu verbringen. Im Haus waren nämlich Heizlüfter verteilt und so war´s kuschlig warm. Also bin ich nach dem letzten Film einfach liegen gebleben, hab mir den riesigen Teddy, der da rumlag unter den Kopf geschoben und bin bei brüllendem Heizlüfter und angeschaltetem Licht eingeschlafen. Da zu der Zeit wohl nur arbeitende Asiatinnen im Hostel war, hat es vermutlich nicht mal jemand bemerkt und als die sich zum Arbeiten fertig gemacht haben, bin ich einfach aufgestanden und aus´m Wohnzimmer marschiert, als sei nichts gewesen.

21Juni
2014

Windy Wellington 2.0

Statt mit dem Bus oder der S-Bahn in die Wellington Hills zu Donna, Julien und Te Manaia zu fahren, bin ich gelaufen. Wäre ja im Grunde keine blöde Idee, hatte ich im Sommer mit Luca ja schon einmal gemacht, aber mit dem Rucksack  war´s  doch wieder eine Tortur, sodass ich fix und fertig und verschwitzt bei den Cormack´s ankam. Te Manaia war in der Schule und Donna in Auckland auf einer Konfernez. Der sehr ruhige Julien hat mich reingelassen, mir Te Manaia´s Zimmer gezeigt, in dem ich die nächsten paar Nächste schlafen durfte und meinte ich kann waschen, kochen und aus dem Kühlschrank essen, so viel ich will. Na das hört man doch gerne!

Ich hab mich auch gar nicht lange im Haus aufgehalten, sondern hab meine verdreckten, eingetüteten Wanderklamotten der letzten Woche in die Waschmaschine gestopft, geduscht und bin (dieses Mal mit dem Zug und Juliens 10er Fahrkarte) in die Stadt runter gefahren. Da die i-Site leider schon geschlossen hatte, hab ich mich ins Filmarchiv gesetzt, in dem ich mit Max und Luca auch schon war. Das komische Archiv, in dem es komische Filme und komische Mediatheken gibt. Aber guten, günstigen Kaffee und leckere Brownies...

Überhaupt war Wellington der Traum meines Kaffee-Herzens. In Wellington geht man nicht zu Starbucks, sondern in die verschiedensten Cafés, die alle richtig guten Kaffee in den verschiedensten Sorten anbieten. Wellington ist die Stadt des Kaffee-Kultes und das zurecht.

Am nächsten Tag bin ich von morgens bis abends durch Wellington gebummelt. Die bunten Einkaufsstraßen hoch und runter, durch kleine Gässchen, am Wasser entlang, ins Te-Papa-Nationalmuseum und schlussendlich abends auf den Nights-Market. Das war im Grunde ein Food-Market in einer kleinen Seitenstraße, wo Leute aus aller Herren Länder ihre nationalen Spezialitäten angeboten haben und verschiedene Bands spielten. Von Ungarn, Israel, Vietnam über Deutschland bis Mexico war alles vertreten. Pappsatt und glücklich bin ich dann abends nach Hause gekommen und musste die Kürbissuppe von Julien dankend ablehnen, sonst wäre ich geplatzt.

Am Samstag bin ich morgens mit Donna, Te Manaia und seinen zwei Cousins Kahu und Ataro erst auf den Underground Market gefahren, einenn Tiefgaragen-Markt mit verschiedensten Künstlern und Ständen selbstgenähter Kleider, Hüten, Kissen etc, und danach auf´s African Festival, wo ich mir eine bunte Strähne ins Haar hab´ flechten lassen und mit den Jungs und einigen Afrikanern Spiele gespielt habe. Außerdem gab es da einen Infostand der Neuseeländischen Bundeswehr oder Polizei, das weiß ich nicht mehr genau. Die schicken jungen Herren in Uniform haben dann versucht mich anzuwerben und wollten erst gar nicht akzeptieren, dass ich ablehnte. Erst als ich gesagt hab´, dass ich gar nicht die Neuseeländische Staatsbürgerschaft hab´, haben sie mit überreden aufgehört und mir zum Trost Gummibächen und Kekse geschenkt. Danach sind wir in einen Biomarkt gefahren. Und dort hatte ich eine Erscheinung.
Brezeln.
Echte Brezeln.
Und saumäßig  teuer.
Egal.
Ich konnte nicht widerstehen. Und es war das Beste, was ich seit Monaten gegessen hatte. Bei dem Preis wäre alles andere ja auch eine Frechheit gewesen:



Später bin ich alleine zum Botanischen Garten gelaufen und hab mir danach die Füße wund gelaufen auf der Suche nach Petersilie. Ich brauchte noch ein Gastgeschenk für Donna und hatte mich daran erinnert, dass sie letztes Mal verzweifelt im Garten nach Petersilie gesucht hatte. Nachdem ich endlich fündig geworden war, bin ich mit dem Kräutertopf unterm Arm durch Wellington zum Zug gehetzt und (mit Haaren wie Petersilie gleichermaßen verwurschtelt) gerade rechtzeitig für´s Abendessen und Kahu´s Chococrumble nach Hause gekommen.

Am Sonntagmorgen habe ich mich dann ans Packen gemacht und wollte mein Zelt von draußen reinholen. Ich hatte es über das Terrassengeländer gehängt um es zu trocknen. Leider war es noch nicht vollständig trocken, als ich es wieder einpacken wollte, weshalb ich es noch weitere 5 Minuten rausgehängt hab. Blöderweise habe ich beim zweiten Mal vergessen die äußere Zelthaut wieder festzubinden und so kam es wie es in Wellington kommen musste: Als ich wieder raus kam, war mein blaues Zelt verschwunden. Nur das Innennetz hing noch jämmerlich über´m Geländer. Also sind Donna, Te Manaia und ich im Schlafanzug auf die Straße gerannt und haben verzweifelt versucht, das Zelt wieder zu finden. Aber der Wellington-Wind hatte es wohl schon über die Hügel fortgetragen. Donna meinte nur, jetzt sei ich eine richtige Wellintonerin, das passiert hier immer. Nur läuft man den von der Wäscheleine weggeflogenen Unterhosen im Normalfall nicht hinterher sondern tut so, als wüsste man nicht wem die abhanden gekommen sind. In der Cormack´schen Garage ist aber noch ein altes Zelt eingestaubt, welches sie mir kurzerhand geschenkt haben.

Mittags haben sie mich dann in die Stadt zum Bus gebracht und verabschiedet. Und dann ging es weiter nach Napier...

14Juni
2014

Mein Weg zurück auf die Nordinsel

Nachdem ich also um 10 morgens schon erfolgreich nach Picton gehitchhiked war, hatte ich nun alle Zeit der Welt. Zuerst suchte ich mir ein Hostel, ich wollte die eine Nacht endlich mal wieder in einem ordentlichen Bett schlafen.  Und so kurz vorm Ende meiner Reise fand ich dann mein Traumhostel. Es war eine alte Vill, die ein Ehepaar in mühevoller Arbeit restauriert und nostalgisch, gemütlich und mit allem drum und dran ausgestattet hatte. Im Garten standen bänke und Sonnenschirme, es gab ein gemütliches Baumhaus, einen Fernsehraum,eine geräumige Küche mit Free Coffee & Tea und sogar Milchpulver sowie eine Stube mit langem Holztisch, an dem die Backpacker immer gelabert und zusammen gegessen haben. In meienm Dormroom waren nur 2 weitere Jungs, manmerkte richtig, dass langsam Winter wurde und die Backpacker weniger wurden. Das war aber auch gut sso, denn sonst hätte der Applecrumble mit Vanilleeis, zu dem die Hostelbesitzer abends alle hergeläutet haben, niemals für alle gereicht. Es war der beste Applecrumble, den ich je gegessen habe und scheinbar sind sie wohl bekannt dafür. Das Rezept hab ich gleich am selben Abend noch abgestaubt.

Den Mittag habe ich in einem Buch-Trödelladen und einem Cafe verbracht. Mit dem ersehnten sechsten Harry Potter aus der Second-and-Buchhandlung unterm Arm und einem leckeren Flat White vor mir habe ich dann meine Fähre nach Wellington für den nächsten Morgen gebucht. Donna in Wellington hatte ich schon angerufen, sie hatte sich gefreut zu hören, dass ich nochmal vorbei kommen wollte und hat mir versichert, dass es gar kein Problem sei, wenn ich ein paar Nächte bei ihnen schlafen würde.

Am nächsten Morgen bin ich nach einem gemütlichen Frühstück, welches es kostenlos im Hostel gab, mit Mark zur Fähre gepilgert. Am Abend zuvor hatten wir zusammen Herr der Ringe II & III angeschaut.
Die Überfahrt nach Wellington war dieses mal wunderschön, die Sounds in Sonne getaucht und mit starken Böen aufgewirbelt.

07Juni
2014

5-Tageswanderung von Nelson zur Pelorus Bridge

Nachdem ich ja jetzt schon seit Ewigkeiten wieder zuhause bin, zwischenzeitlich gearbeitet, angefangen zu studieren und das 1. Semester schon hinter mir habe, dachte ich, dass es mal an der Zeit wäre, meinen Blog zu Ende zu führen. So abgeschnitten will ich mein Abenteuer ja nicht stehen lassen!

Das ist jetzt etwas schwierig, mich da wieder reinzufinden, aber ich hab´ ja brav jeden Tag in meinen Weihnachtsgeschenkkalender eingetragen was ich so getrieben hab´, deshalb probiere ich´s jetzt einfach mal. Verzeiht mir, sollte es nicht ganz so anschaulich werden wie letztes Jahr...

Ich bin stehen geblieben in Nelson. Dort hab ich alleine für ein paar Tage in diesem absolut netten Hostel mit dem verdammt guten Brot im Garten gecampt, mir die Stadt angeschaut und einen Paraglide-Flug gewagt. Und außerdem einiges an Klamotten in diesen tollen Second-Hand-Läden ergattert. Sowas hätte ich hier in Deutschland echt auch gern! Da gibt es ALLES, und vor allem nicht nur so altes, mottenzerfressenes Zeug, sondern richtig coole, ausgefallene Klamotten!
Am Freitag habe ich dann im Regen meine ganzen Sachen gepackt und bin mit meinem Riesenrucksack, der zu der Zeit wirklich abartig schwer war, losgestiefelt. Zelt, Schlafsack und Regenjacke hab ich nicht mehr in den bis zum Bersten gefüllten Rucksack gestopft bekommen. Da war keine Ritze mehr frei, nachdem ich mein Tetris-Spiel mit Klamotten, Essen und Ausrüstung beendet hatte. (Später am Flughafen in Auckland hab ich erfahren, dass ich vermutlich mit 25 kg auf´m Buckel wandern war. Ich fürchte, dass ich das jetzt nicht mehr hinbekommen würde. Spätestens nach 500 m würde ich nur noch auf dem Zahnfleisch daher kriechen!)
Nun ja, jedenfalls bin ich dann immer schön in Serpentinen die Berge hinter Nelson hochgestapft und immer weiter in die Wildnis entschwunden. Ich hatte meinen Eltern gesagt, welche Route ich nehmen würde und wann sie mir doch bitte die Bergrettung auf den Hals hetzen sollten, sollte ich mich nicht mehr melden...
Von 9:30 bis ca 17:00 Uhr hab ich mich dann also durch die Berge Nelsons gequält.
Nelson (über die Brookstreet) - The Third House - Coppermine Saddle - Dunsaddle - zur "Rock´s Hut".



Viele Leute hab ich nicht mehr getroffen, nur ein paar dieser lebensmüden Mountainbiker, die die steilsten Abhänge runtergeschossen sind und wo ich mich, als sie schon längst um die nächste Serpentine geschlittert waren, gefragt hab wie um alles in der Welt die überhaupt da hoch gekommen sind?! So Luxusgüter wie Sessellifte oder Bergbahnen, sucht man in der Gegend nämlich vergebens. Ich glaube, außer in den Skigebieten gibt´s das eh überhaupt nicht. Wenn die Kiwi´s wandern gehen, dann richtig, mit allen Schikanen die dazu gehören. 
Irgendwann, so gegen 4 nachmittgags, begann ich mir dann Sorgen zu machen. Die Mindestdauer der Wanderung hatte ich überschritten, aber noch immer war weit und breit keine Hütte in Sicht. Die Sonne stand schon recht tief am Himmel und ich habe schon befürchtet draußen übernachten zu müssen. Ich war fix und alle, meine Füße und Hüfte schmerzten und ich stolperte mehr als dass ich ging. Als ich dann endlich die langersehnte Hütte nach fast ganztägigem Anstieg erreichte, hatte ich blaue Flecken und Abriebstellen auf den Hüften und war froh, dass ich einen extra Tag eingeplant hatte, um auf dieser Hütte 2 Nächte zu bleiben. Auf der Karte in der Hütte bemerkte ich dann den handgeschrieben Hinweis, dass man auf alle angegebenen Streckenzeiten noch mindestens eine Stunde drauf packen sollte, das hat mich dann etwas beruhigt.
Nachdem ich mich dann um etwas Feuerholz für die erste Nacht gekümmert hatte, gab´s dann endlich Spaghetti mit Zwiebeln und Thunfisch und danach Harry Potter in Kerzenschein und langen Thermounterhosen auf den Matrazen der Hütte. Besonders luxuriös war an der Hütte auch die wunderbare Toilette mit Spülung in einer kleinen Holzhütte!

Am nächsten Tag habe ich dann mein immer noch nass verpacktes Zelt zum Trocknen gehängt und mich daran gemacht, den Feuerholzvorrat der Hütte kraftig aufzufüllen. Die Säge funktionierte, eine Axt war auch da, und des Abends war der Holz-Vorraum sehr voll mit Holz und zerlegtem Geäst aller Formen, Arten und Größen. Am Nachmittag bekam ich Besuch von zwei netten jungen Mountainbikern, die ihre Bikes ein Stück weiter unten gelassen hatten und den letzten Rest zur Hütte gelaufen waren. Wir haben uns eine Weile unterhalten und ich hab ein paar Schokomandeln abbekommen (SCHOKOLADE!!!)

Der dritte Tag begann mit dem Instant-Breakfast, das John mir mitgegeben hatte. Es war widerlich. Zerreiß eine Cornflakes-Packung in kleine Stücke, füge KEINE Cornflakes hinzu, gib je einen EL Schaumgummi-Erdbeeren mit Gummireifen-Geschmack und muffige Rosinen hinzu und übergieße dies mit heißem Wasser. Das schmeckt vermutlich besser als der Pappfras, den ich mir an dem Morgen reingezogen hab. Nie wieder werde ich mir so etwas zulegen! Einzig der Kaffee, den ich mir dazu gemacht hatte, hat die Misere etwas gerettet. Nach dieser aufregenden Sättigung habe ich wieder alle meine Sachen in mühevoller Kleinarbeit in mein Traggerät verpackt und bin wieder losmarschiert. Diese zweite Strecke war ein Witz gegen den ersten Tag, um 11 Uhr hatte ich schon die nächste Hütte erreicht und mich mit meinem Buch und einem Apfel in die Sonne geschmissen.. Im Hüttenbuch fand ich eine Nachricht der Leute, die wohl einen Tag vor mir in der Hütte gewesen waren. Sie hatten ihren Hund Tim verloren und baten die nächsten Wanderer, ihn neben der Türe anzubinden und ihm einen Wassereimer und die zurückgelassenen Hundekekse hinzustellen, sollte er auftauchen. Leider kam er nicht, aber irgendetwas lautes und gruseliges hat sich nachts lärmend die Hundekekse geholt. Ich bin so erschrocken, mit einem Puls von gefühlt 200 aufgewacht und hatte mir sofort mein Messer geschnappt, dass ich dann eine weitere Sunde brauchte, bis ich wieder eingeschlafen war.

Der nächste Tag brachte Regen, keinen Tim und eine abartige, frustschürende, stumpfe Säge an der nächsten Hütte. Niemand hatte den Holzspeicher aufgefüllt, die Säge hat kein bisschen gehauen und alles Holz im Wald um die Hütte war nass. Ich war schon fast davon überzeugt, in der Nacht frieren zu müssen, als meine Anfeuerversuche doch endlich fruchteten. Hätte ich das Holz mittags in der Sonne nicht zumindest angetrocknet, wäre es aber echt nix geworden...

Am vierten Tag stand mir dann ein weiterer Todesmarsch bevor. Aus dem Wald bin ich recht zügig rausgekommen, ich war ausgeruht und gut gelaunt. Aber als ich dann endlich auf der Gravelroad war, gings erst richtig los. Kilometerlanger Schotterweg bis zum Campinplatz. Einzig die Sonne, die Schafe und eine Gruppe gackernder, spazierender Rentnerinnen konnte mich aufmuntern. Sowie die Tatsache, dass ich abends mein Handy wieder aufladen können würde und ich somit den Akku für´s Musikhören verbraten konnte. Seit dem Mittag schmerzte mein rechter Fuß wie verrückt, weshalb ich sehr erleichtert war, endlich auf den Camping zu humpeln. Nachdem ich mein Zelt ordentlicherweise sofort wieder aufgebaut hatte, gönnte ich mir dann endlich die lang ersehnte heiße Dusche, bevor ich mich humpelnd, und nun der festen Überzeugung mir einen Mittelfußknochen gebrochen zu haben, zum Kiosk aufmachte.
Dort aß ich erstmal ´ne Portion Pommes. Und einen Schokokuchen. Um die Energispeicher wieder aufzufüllen natürlich. Fressattacken? Ich doch nicht!
Als es dann endlich eine angemessene Zeit war, von der Telefonzelle aus meine Eltern anzurufen um ihnen mitzuteilen, dass ich mich erfolgreich und mehr oder weniger heile aus der Wildnis wieder herausgekämpft hatte, war mein rechter Fußrücken dick und blau.

Auch am nächsten Tag, an dem ich in Null-Komma-Nix nach Picton hoch trampte, war der Fuß nicht besser geworden, aber ich beschloss abzuwarten, da ich in nächster Zeit erstmal nicht mehr wandern würde.

 

05Juni
2014

Auf dem Autobahnwanderweg Neuseelands

Jetzt sass ich also in Motueka, ohne Plan, allein und etwas gelangweilt. Hier ist es zwar schon schoen, aber so viel gibt es nicht zu tun wenn man nicht Unmengen an Zahlungsmitteln ausgeben will, um sich aus Flugzeugen zu stuerzen oder unbezahlbare Kajaktouren zu machen. 

Eigentlich wollte ich ja den Abel Tasman Coast Track machen, einer der gut beworbenen Aushaengeschilder Neuseelands. Eine 3-5 Tage Wanderung die an der Kueste der Tasman Sea entlang fuehrt. Geplant war, das mit Ralph zu machen, mit dem ich in der Spielgruppe war, und der auch irgendwo in Neuseeland rumfaehrt. Der war aber noch nicht da und so sass ich hier erst mal fest. Irgendwie war er dann 2 Tage spaeter aber doch da, gerade als ich mein Zelt aus dem Hostelgarten geholt hatte und aus Wut ueber die geschlossenen Nationalparks auf eine einzelne Huette wandern wollte um meinen extra gekauften Huettenpass wenigstens ein bisschen zu nutzen. Ich hab da 92$ dafuer ausgegeben und wollte sie eigentlich nicht einfach aus dem Fenster geschmissen haben. Nicht ganz mein Ding. Jedenfalls war er dann doch schon da und wir wollten am naechsten Tag los. Der Wetterbericht sagte zwar Regen vorraus, aber wann ist der Wetterbericht schon mal wahr und so ein bisschen Regen hat noch niemand geschadet. 

Am naechsten Regen konnte man vor lauter Bindfadenregen nix anderes sehen als graue Waende. Also noch ´ne Nacht geblieben und unseren Filmmarathon weitergefuehrt. Das Hostel hatte eine weitreichende Videothek und von Shrek ueber Men in Black und Italian Job bis zu Bourne Supremacy und NATUERLICH der obligatorische Herr der Ringe I haben wir uns alles reingezogen. Aber natuerlich hatte das Hostel nur den ersten Herr-der-Ringe-Film. Genau wie von Harry Potter. Was denken die eigentlich immer nur den ersten der Herr der Ringe TRIlogie anzuschaffen! Den hat doch jeder dann 20 Mal gesehen wenn er Neuseeland verlaesst. Das brachte mich dann auf den Plan in Neuseeland, koste es was es wolle, auf jeden Fall alle der Reihe nach anzuschauen, da meine Kenntnisse in dem Bereich mehr als loechrig sind... und das ist ja mal die Schande schlechthin fuer einen Backpacker in Neuseeland. 

Den Hobbit hab ich uebrigens immer noch nicht gesehen. Ich zieh mich aber immer aus der Affaere mit dem Argument, dass ich erst noch das Buch lesen will und keins auftreiben kann. Was nicht ganz stimmt, ich widme meine Lesezeit nur eben grade Harry Potter. Ja, natuerlich auf Englisch. Ich muss mich da auch nicht mehr durchquaelen, sondern hab endlich auch mal Spass daran ein englisches Buch zu lesen. Was vermutlich nicht unerheblich an der Tatsache liegt, dass es nicht um verrueckte Siedler in Afrika und... aehm... ja da sieht man mal, wie viel Eindruck diese verdammten 11 Shortstories der letzten zwei Jahre im Englischunterricht hinterlassen haben. Wie kann denn ein Mensch mit wenigstens minimalem Menschenverstand glauben, dass sich Jugendliche so mit Freuden ihre Zeit der Vorbereitung aufs Englisch-Abi widmen?! Wieso kann man nicht einen spannenden Roman als Pflichtlektuere auswaehlen. Warum muessen die armen Schueler so gequaelt werden? Wie ich diese Geschichten gehasst hab! Wobei ich sie dann nach Wochen und Wochen wenigstens wirklich alle gelesen habe. Eine Leistung auf die ich ehrlich gesagt immer noch stolz bin, ich will nicht wissen wie viele sie nicht gelesen haben. Verstaendlicherweise.

Vom Thema abgekommen. Und auch noch die Reihenfolge verdreht, verdammt. Das Harry Potter Buch hatte ich erst in Nelson...

Egal. Leider habe ich keine Bilder vom AbelTasmanTrack, die ueber den ersten Tag hinausgehen, da ich meiner Camera ein Schlammbad im tasmanischen Watt gegoennt hab. Was der menschlichen Haut gut tut, kann doch auch dem Metallgehaeuse meines geliebten Momente-Festhalt-Geraetes nicht schaden... weit gefehlt. Aber immerhin war sie ausgeschaltet und ist "nur" mit der Bildschirmseite 2 cm in den Schlamm gesunken und nicht mit dem Objektiv. Also gleich Akku und Speicherkarte raus, mit einer Nadel die ganzen Sandkoerner aus den Tasten gekratzt. Alles nix geholfen, das Ding tat gar nix mehr. Da war ich ziemlich geknickt um ehrlich zu sein. 
(Sie geht wieder, hab sie danach neben dem Kaminfeuer im Hostel getrocknet und wieder zum Leben erweckt, funktioniert wieder einwandfrei) Aber fuer die Wanderung hatte ich da ja zum Gluek noch den Ralph, der fleissig weiter Fotos gemacht hat. Die hab ich aber noch nicht, die schickt er mir später noch heim.

Zusammenfassen laesst sich sagen, dass es sicher schoene Straende auf dem Track gibt, goldener Sand und tuerkisfarbenes Wasser, aber die meiste Zeit sieht man auf dem autobahnmaessig breiten Spaziergangsweg nur Busch. Gruen, braun, vertrocknet. So viel zu der zauberhaften Werbung. Das ist der bekannteste der Great Walks in NZ, aber sicher nicht der schoenste, auch wenn taeglich massig Touristen mit dem Wassertaxi hierher gekarrt werden und man sich sogar das Gepaeck mit dem Wassertaxi transportieren lassen kann, dass die armen Menschen sich bloss nicht zu viel anstrengen muessen, wenn sie schon so viel laufen (Die Tagesstrecken sind laecherlich kurz uebrigens...) Und den Split Apple Rock haben wir da auch vergeblich gesucht. Der ist gar nicht auf dem Track! Aber schoen auf die Broschuere knallen und alle Menschen verarschen. Das is doch keine Art!
Aber genossen hab ich die Wanderung trotzdem. Am letzten Abend hatten wir sogar ein Lagerfeuer. Bevor der ploetzliche Platzregen dem ganzen ein schnelles Ende bereitet hat. Nach 5 Tagen und 4 Naechten kamen wir also, ungewaschen und mueffelnd, wieder in die Pamparegion mit Strassenzugang und mussten irgendwie in die Zivilisation zuruecktrampen. Das lief auch echt gut! Nach kuerzester Zeit hatten wir die Haelfte hinter uns, nachdem uns zwei typische Kiwis mitgenommen hatten, wie sie nicht typischer sein konnten. Ich sass auf dem Ruecksitz und musste mich immer bremsen um keinen Lachanfallzusammenbruch zu erleiden: Zwei Typen Ende 30, in Wollpullis, robusten Hosen (aber keine Trekkinghosen, sowas tragen die nicht!!!) und Hikingboots, der eine noch Stroh in den verwurschtelten Haaren, beide nen frischen Mince 'n Cheese-Pie von der Baeckerei in der Hand und einen unglaublichen Kiwi-Dialekt in der ausgepraegtesten Form. Yeeh, yeeh, sweet!  Naah, pretty cool, ay? Ich hatte jedenfalls meinen Spass, ich finde der Dialekt hat Charakter. 

Nach den 2 kamen dann zwei ganz spassige Voegel. Ich fass es nur mal kurz zusammen: 2 Franzosen, der eine mit einem Moustache und einer Lammlederfellmuetze auf dem Kopf mit dem Namen Gunther und der andere etwas normaler mit unschlagbarem franzoesischen Accent und hiess Alix. Die zwei hatten das Auto eines Kumpels, das keinen Schluessel mehr besass sondern mit einem scharfen Kuechen-Messer im Zuendschloss ansprang. Sie hatten den kompletten hinteren teil des Autos voll, haben alles noch weiter nach hinten gestopft, damit wir uns auf ihr Bett quetschen konnten. Dann sind wir, waehrend die sich einen Joint nach dem anderen gedreht haben, die Serpentinen auf den Takaka-Hill gezuckelt. Oben haben sie dann Haehnchen in Gemuese auf dem Campingkocher gekocht (Gunther ist Koch) und haben uns reichlich abgegeben. Das war HIMMLISCH nach den 5 Tagen Wanderfrass... die zwei Typen, die echt nett waren, halt bisschen ´ne Meise hatten, haben dann sogar ´nen riesen Umweg gemacht um uns an Ralphs Campervan zurueck zu bringen.

Von da sind wir wieder nach Motueka. Und haben, nachdem sich jeder wieder in einen menschlichen Zustand versetzt hatte, ne ganze Packung Cookies 'n Cream Eis verdrueckt. 

In den naechsten Tagen sind wir noch ganz ans nordwestliche Ende der Suedinsel und dann nach Nelson gefahren. Da haben wir uns getrennt und ich bin ein paar Tage geblieben und er ist weiter nach Blenheim gefahren.

In Nelson war ich Paragliden... ich hab sonst echt nix von dem ganzen Extremsportszeug gemacht, weils einfach teuer ist, aber das war mein Traum, seit ich als kleines Maedchen mit meinen Eltern wandern war und auf den Gipfeln die Paraglider immer Anlauf genommen haben und sich den Hang hinuntergesturzt haben, bevor sie dann ueber die Taeler geschwebt sind.... Und das hab ich mir dann erfuellt. Und entschieden, dass falls ich mal echt viel Geld hab mit 'ne komplette Ausruestung kauf und das lern. So. 

  

Und das andere Tolle in Nelson waren erst mal die ganzen SecondHandShops und dann das Brot im Hostel. Ich wusste das erst gar nicht, aber da gab's Brot umsonst. Und ich meine BROT. Mit Kruste. Und Koernern. Ich war im 7. Himmel.

30Mai
2014

Hanmer Springs 2.0

Und dann hab ich mein Auto verkauft. Endlich. Aus den 5 Tagen, die ich bei John bleiben wollte wurden genau 3 Wochen und 1 Tag. Aber hat mir ja nicht geschadet (das schliesst NICHT meine Figur ein. Ich hab hier so viel gegessen, das war weder gesund noch empfehlenswert. Aber lecker) Ich hatte schliesslich ´ne schoene Zeit hier und bequemerweise wuerde ich hier a uchgrad bleiben. Es war mehr Holiday als Working, worueber ich mich sicher nicht beklagen werde, auch wenn ich manchmal doch gerne etwas mehr zu tun gehabt haette...

Da das Auto jetzt aber weg ist, muss ich natuerlich anders voran kommen. Hab mich fuer's hitchhiken entschieden. Also trampen. Auch wenn alle etwas skeptisch sind, wegen Maedchen und allein und so, aber ich bin ja schon gross und pass auf und bin nicht leichtsinnig. Der Tag an dem ich los wollte hat es geschuettet wie aus Kuebeln, deswegen bin ich noch ´nen Tag geblieben. Am nächsten Tag hat John mich an die Hauptstrasse gebracht. Ganz aufgeregt war er. Hat ein Foto gemacht, das er dann der Polizei zeigen koennte falls was passiert. Sehr ermutigend. Naja, hat etwas gedauert aus der Stadt rauszukommen, aber schliesslich hat ein Typ in einem rotem Auto angehalten. Er kam mir etwas dodgy vor, hat mir aber angeboten mich an die Strasse zu bringen die auf direktem Weg nach Hanmer Springs fuehrt und er schien doch ganz nett zu sein. Er hat mir erzaehlt, dass er Honigschleudern baut und mir erklaert, dass der neuseelaendische Manukahonig nur so teuer ist, weil er auch in der Medizin verwendet wird. Mal davon abgesehen, dass das Zeug einfach verdammt gut schmeckt. Als naechstes hat er mir dann von dem Moerder und Entfuehrer erzaehlt, der von Christchurch an die Westkueste fuhr, schon 'ne Leiche im Kofferraum stecken hatte und dann dazu noch zwei deutsche Tramperinnen eingesammelt hat. Die hat er wohl nicht mehr rauslassen und an der Westkueste dann haben sie es irgendwie geschaft zu fluechten, auch wenn er wohl noch auf sie eingestochen hat. Und bei Hokitika haben sie ihn dann gefasst. Ich weiss nicht was ihr jetzt denkt, aber ja, es war doch etwas unheimlich das erzaehlt zu bekommen, als ich allein mit dem Typ da im Auto sass. Ich hatte zwar mit John ausgemacht, dass ich ihm immer das Autokennzeichen und so texte, aber... naja. Der Typ wollte mich aber gar nicht erschrecken oder so, dem kam scheinbar gar nicht in den Sinn, dass ich mich dann unwohl fuehlen koennte. Und um ehrlich zu sein, sind fast alle meiner Aufsammler irgendwann auf dieses Thema gekommen. Irgendwann hab ich mich daran gewoehnt.

Ich erspar euch jetzt alle unwichtigen Details, jedenfalls war ich ratz-fatz in Hanmer Springs, noch vor 12 Uhr mittags. Da bin ich dann gleich mal ins Robbie's gesprungen und hab meine Leute ueberrascht: Ich hatte niemandem gesagt, dass ich komme, aber alle haben sich total gefreut und ich hab gleich wieder von Catherine angeboten bekommen, dass ich bei ihnen schlafen kann. Ehrlich gesagt hatte ich darauf auch gehofft ;) Spaeter hab ich Aneta besucht. Die arbeitet jetzt im Saints, weil die altmodischen Robbie's-Besitzer wegen ihren Klamotten, Armbaendern, Piercings und so weiter etwas rumgemotzt hatten. Sie musste aber arbeiten und konnte nicht die ganze Zeit mit mir reden. Also sass ich da halt und war doch etwas gelangweilt. Bis sie dann meinte, dass ich wenn ich wollte ja am Abend hier arbeiten koennte. Denen ist wohl am Wochenende vorher das Spuelmaedchen abgehauen, nachdem es was mit dem Koch in der Toilette hatte :D

Also hab ich den Abend mit Spuelen verbracht, 75$ und ´ne fette, hammergute Pizza eingesteckt und dabei noch Spass gehabt. Danach sind wir noch zusammen gesessen, haben Bier getrunken, Pizza gegessen und gelabert, die Leute vom Saints haben alle 'ne Meise, sind aber total lustig.

Am naechsten Tag war der 1. Mai und gesehen hat man davon nichts. Keine besoffenen Jugendlichen auf Bollerwagentour, keine Familien beim Fahrrdfahren. Nur Frost. Aber immerhin Sonne. 


Ich bin zum Motel gelaufen und hab Susan und Les mit Les' Lieblingskeksenueberrascht. Hab gleich noch ein bisschen beim Bettenbeziehen geholfen und dann haben wir Tee (oder in meinem Fall Kaffe) getrunken. Sie haben erzaehlt, dass das Maedchen, das nach mir kam nach 2 Wochen gegangen ist und absolut langweilig und unkommunikativ war. Da hab ich mich wirklich gefreut, weil ich gemerkt hab, wie gern sie mich mochten. Terry ist sogar extra noch schnell vorbei gekommen und ich hab mich wieder praechtig ueber den schottischen Dialekt amuesiert. Den Rest vom Tag hab ich nicht mehr viel gemacht, am Abend wieder von allen endgueltig verabschiedet und am naechsten Tag nach Motueka getrampt. Eigentlich wollte ich ein paar Tage wandern auf den Mt. Arthur und hab mir deshalb extra einen Huetten-Pass gekauft, aber die Zufahrt war wegen Erdrutschen gesperrt.

Meine Aufsammler waren wieder sehr unterschiedlich und interessant. Der Erste war gerade nach Hanmer gezogen und hatte aber auch noch ein Motel in Franz-Josef City und brachte einen Umzugstransporter zurueck an die Westkueste. Er ist frueher auch sehr viel getrampt, durch Neuseeland, Australien und Europa und sogar durch Afrika!

Der naechste war ein junger Typ Ende 20. Hat sich herausgestellt, dass er Polizist, verheiratet und Vater von 4 Kindern war. Wirkte aber gar nicht so! Hat erzaehlt wie er mit seinem Kumpel vor kurzem zum Surfen getrampt ist und dass er bei der Festnahme von dem Moerder, der die 2 Tramperinnen gekidnappt hat dabei war. Ausserdem geht er immer mit seiner Mannschaft auf Bergrettungen und ist immer mal wieder mit dem Drogenflugzeug unterwegs. An der Westkueste ist wohl das perfekte Hanfklima, weshalb sie mit dem Flugzeug immer hochkant im Kreis ueber den Busch fliegen, weil man die Pflanzen zwar von unten fast nicht findet, aber von oben sehr gut sieht. Dann lassen sie sich runter, rupfen das ganze Zeug raus und nehmens mit hoch. Und erst vor kurzem, bei einem der Fluege, hat irgend ein Typ, der wusste, dass das das Drogenflugzeug ist, die Panik gekriegt und ist noch schnell rausgerannt um eine einzelne Hanfplanze draussen zu verstecken. Paar Tage spaeter sind sie dann da hingefahren, weil sie ihn eben gesehen hatten. Und was haben sie gefunden? Garagen und Zimmer VOLL mit Plantagen. Der arme Trottel hatte nur eine einzige Pflanze draussen: die fuer den eigenen Verbrauch, weil er das Innenraumweed nicht so gern mag. Tja, haette er sich mal besser nicht so ´ne Extrawurst gegoennt, ne? Mit dem Polizisten sass ich dann noch 2 Stunden in einem Cafe. Er war auf dem Weg zu einer Rettungsuebung und wollte aber nicht so frueh da sein. Da er aber in die richtige Richtung unterwegs war hab ich mit ihm gewartet. Hat mir ganz viele Bilder von seinen Kindern gezeigt und gemeint, dass er gerne einen Hof bauen wuerde und versuchen so gut wie moeglich selbstversorgend zu werden. Er hat mich nach Esskastanien gefragt. Die Idee sich so 'nen Baum in den Garten zu stellen hat ihm total gefallen, aber er wusste eigentlich nix ueber das Zeug. Die Rettungsuebung zu der er unterwegs war, hat sich auch voll spannend angehoert: Er ist mit 4 anderen in den Nationalpark gewandert und 5 Tage spaeter ist dann ein Suchtrpp hinterher und musste sie finden. Er hatte viel Schokolade dabei.

Der naechste Typ war ein deutschstaemmiger Suedafrikaner, der wohl auf dem Weg war eine Freundin in Nelson zu troesten, die von ihrem Ex sitzen gelassen wurde und der letzte Typ hat erzaehlt, er sei auf dem Rueckweg von der Beerdigung seiner Mutter. Ups. Aber hat ER sich ja dazu entschieden mich mitzunehmen :D

Und dann war ich in Motueka...

29Mai
2014

Christchurch City

Um ehrlich zu sein haenge ich jetzt so ungefaehr nen Monat hinterher mit meinen Eintraegen. Aber besser spaet als nie. Das Problem ist, dass es, obwohl es Spass macht, doch ziemlich zeitaufwendig ist. Und ausserdem brauch ich ja halt auch immer einen Computer mit Internetzugang, der dann idealerweise auch nix kostet...

Anyway, die letzten Tage in Christchurch hab ich endlich mal dazu genutzt in die Innenstadt zu fahren. Ich war schon neugierig wie die City aussieht, also nach dem Erdbeben.

Und ich haette wirklich nicht gedacht, dass man das alles noch so sehr sieht! Die Stadt wirkt voellig zerissen. Ueberall Bauzaeune, leere, graue Flaechen. Luecken zwischen den Haeusern, als haette man jeden dritten Zahn ausgeschlagen.

Es ist auch voellig irritierend, wie ein Haus total belebt aussieht, mit Cafe oder Souvenirladen und ein Hotel drueber, mit Tischen und Stuehlen vor dem Haus, und daneben ein Gebaeude steht, das vollkommen verlassen und unbewohnt ist und auch definitiv so aussieht. In den Schaufenstern stehen teilweise noch Staender mit Prospekten und Katalogen von 2010 rum und im frueheren Subway sind noch alle Moebel drin: Gelb-Gruen und verstaubt, die Stuehle umgefallen, die Fensterscheiben teils mit alten Zeitungen verklebt...

Und auf der anderen Seite, neben diesen trostlosen Szenerien, gibt es eine bunte, quirlige  "Containerstadt": Hier gibt es Banken, Laeden, Cafes, Restaurants in bunten uebereinandergestapelten Containern, mit Sonnensegeln und Baenken und Baeumchen. Ueberhaupt hat Christchurch, auch wenn die Aufraeum- und Renovierungsarbeiten nur langsam voran kommen, mit vereinten Kraeften versucht die Stadt wieder bunter und weniger trostlos aussehen zu lassen. Bauzaeune sind nie nur Draht und Metallgestelle, sondern immer mit bunten Bannern oder mit bunten Schnueren umwebt. Im Zentrum steht ein kleines Hausgebilde, dessen Waende und Dach voellig aus wachsenden Pflanzen und Blumen bestehen und ein riesiges farbenfrohes flatterndes Fahnengebilde steht vor dem alten Informationszentrum.

Und wenn man genau hinschaut, sieht man, dass Christchurch mal eine wunderschoene Stadt war. Ich wuerde sogar behaupten neben Wellington die schoenste!  Die alte Kathedrale, altenglisch, ueberall verzierte, huebsche Haeuser, schoene Bruecken ueber diverse Fluesse und Baeche, die durch die Stadt fuehren.

Man kann nur hoffen, dass mit der Zeit alles wieder in den Ausgangszustand (oder zumindest in die Richtung) zurueckversetzt wird und hoffentlich nicht wieder durch ein erneutes Erdbeben zerstoert wird. Mit Sicherheit kann man sagen, dass hier in Christchurch die Bauindustrie boomt, immer Jobs zur Verfuegung stehen und ich wurde jedesmal daran erinnert, dass wenn ich fertig bin mit Studieren und in Deutschland keinen Arbeitsplatz als Architektin finde, ich auf jeden Fall hierher zurueckkommen kann...

 

Dieses Bild ist fuer Klopfer, weil ich glaube, dass es hier+++++++++++++++++++++++ in Neuseeland auch den Erdbeerbaum gibt und ich dieses Prachtexemplar mitten in der Stadt gefunden hab :D
War mir aber nicht 100% sicher, hab's dann lieber nicht probiert...

14Mai
2014

Ostern in Wanaka

Mangels ausreichendem Computerzugang und Unwillen meinerseits werd ich jetzt nur die Fotos hochladen. Text kommt spaeter. Und ich merk grad dass das verdammte Fotokontingent schon wieder fast voll ist. Muss wohl in einem nervenaufreibend langweiligen Prozess alle Blogeintragsbilder mal wieder aussortieren. Also wer ALLES gesehen haben will sollte sich das bald nochmal anschauen...

Jedenfalls kurz die Fakten: Ueber Ostern bin ich mit John und seiner Freundin aus Auckland in sein anderes Riesenhaus gefahren und da 4 Tage geblieben. Ich hab in der Zeit haufenweise Quittengelee produziert, war wandern und hab im chinesischen Zimmer geschlafen. Und mir Abschlussscherzgeschichten von John und seinem Kumpel, welcher noch mit seiner Frau vorbeigekommen ist, angehoert.

Ach die muss ich jetzt doch noch erzaehlen. Also John hat in den 70ern die Uni beendet und dann musste wohl ein Abschlussstreich her. Irgendjemand kam dann auf die glorreiche Idee: Ein Mord musste passieren. Also haben sie kurzerhand einen Mitschueler auf der Kirchentreppe "abgestochen", an welcher damals auch noch direkt die Hauptstrasse vorbeifuehrte. Der lag dann in einer riesigen Blutlache. Der Bioprofessor hat ihnen naemlich wohl erklaert, dass es zu dieser Zeit in Neuseeland noch keine Moeglichkeit gab Menschen- und Pferdeblut zu unterscheiden. Das ging nur in Australien. Nachdem der Tote dann da lag kam ein blitzender neuer Pickup angerast, 2 Maskierte sind rausgesprungen und haben die "Leiche" hinten raufgeworfen und dann waren sie wieder weg. Noch eine Sensation! Schliesslich waren moderne, neue Pickups zu dieser Zeit ziemlich rar in der Gegend. Der wurde die naechsten Wochen natuerlich auch nicht gesehen, war wohl schoen in irgeneiner abgelegenen Scheune verstaut. Es gab also weder Verdaechtige, noch Leiche, noch Fluchtauto. Nur ne riesen Blutlache. Man hat da wohl schon ueber nen Abschlussstreich nachgedacht, aber die Fakten waren nun mal so, dass die Polizei das doch verfolgen musste. Zwei Wochen spaeter wurden dann alle 200 Abschluss-Studenten im grossen Hoersaal versammelt und der Oberhauptkomissar oder sowas in der Art, flankiert von 2 schwer bewaffneten Polizisten, kam dann herein marschiert. Die Sache war jetzt wohl doch ernst. Die Blutproben seien nach Melbourne geschickt worden und es hat sich natuerlich herausgestellt, dass es Pferdeblut war. Der Komissar, stinksauer und allem Anschein nach Choleriker, donnerte, dass massig Steuergelder verbraucht wurden, wertvolle Zeit in Unfug vergeudet und so weiter und so fort. Und jetzt wollte er natuerlich die Schuldigen. Die sollten aufstehen, ansonsten wuerde es schwere Konsequenzen haben, wer sei denn nun verantwortlich?!

Keiner steht auf. Der wird immer saurer und roeter im Gesicht. Sieht aus wie kurz vorm Zusammenbruch.
Schliesslich steht wohl der Stufenstreber auf. Der Komissar, jetzt fuchsteufelswild, schreit rum, dass das ja wohl nicht der Einzige gewesen sein kann.
Gut.
Schliesslich steht noch einer auf.
Dann noch jemand.
Und noch 2.

Und dann erheben sich ALLE.
Riesen Gaudi, alle lachen sich schlapp.

Der Komissar stuermt aus dem Hoersaal und ward nie mehr gesehen.

 

Und von der anderen Uni haben sie wohl auf der Hauptkreuzung in Auckland kurz vorm abendlichen Berufsverkehr schwarzen Karton auf die gruenen Ampelflaechen geklebt und sind dann schnell abgehauen und von hinten wieder an die Ampel gefahren, als es schon nen ordentlichen Stau und Gehupe gab. Die Ampel sprang von Rot auf Orange und wieder auf Rot. Bis die Polizei kam und die Elektrik gecheckt hat und dann irgendwann die Kleber identifiziert hat.

 

Jaja, es war hoechst amuesant in Wanaka... bei gutem Essen, angeheitertem Rentnergegacker und viel teurem Wein.

 

        Das ist ein Maori-Umhang aus Kiwifedern. Dafuer mussten Hunderte Kiwis sterben. Von den Umhaengen gibts auch nicht mehr viel und wenn dann haengen die im Museum....             

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